SCHIMMEL IM HAUS, DER LÄSTIGE UNTERMIETER
Prolog
Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien sind ein natürlicher Teil unserer belebten Umwelt und werden vom Menschen normalerweise ohne auffällige Reaktionen toleriert. Übersteigt die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Mass, kann es zu gesundheitlichen Problemen für den Menschen kommen
Der Pilz, das unbekannte Wesen
Biologisch gesehen bilden die Pilze neben den Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. Lange Zeit wurden sie zu den Pflanzen gezählt. Heute werden sie aufgrund genetischer und physiologischer Eigenschaften deutlich näher den Tieren zugeordnet. Eine andere Art von Pilzen sind die Schwämme, welche zu den holzzerstörenden Pilzen gehören.
Weltweit schätzt man etwa 120‘000 Arten von Pilzen, wobei 60‘000 erforscht sind. Schimmelpilze gehören zu den wichtigsten Innenraumallergenen. Da ihre Sporen meist über die Luft transportiert werden, sind sie deshalb überall vorhanden.
Wachstumsvoraussetzungen
Folgende Faktoren bestimmen massgeblich das Wachstum von Schimmelpilzen:
FeuchtigkeitNährstoffangebotTemperaturder pH-Wert
Die Ansprüche an Nahrung sind so minimal, dass bereits geringe Verschmutzungen zum Wachstum genügen.
Merke: Der beste Nährstoff für Schimmel befindet sich in Raufasertapeten oder auch in Dispersionsfarben
Das Wachstum für Schimmelbefall wird allerdings massgeblich von der Feuchtigkeit beeinflusst.
Feuchtigkeitsbildung durch die Bewohner
In Wohn- und Arbeitsräumen wird von den jeweiligen Benutzern dauernd Wasserdampf produziert. Dieser Wasserdampf fällt teilweise durch die Atemluft der anwesenden Nutzer; aber auch durch Verdunstungen beim Kochen / Baden an.
Pufferung von Feuchtigkeit durch Baustoffe
Baustoffe haben jeweils charakteristische Eigenschaften bezüglich ihrer Fähigkeiten, Feuchtigkeit aufzunehmen. Dies hat entscheidende Auswirkungen auf das Raumklima und das Abführen von Feuchtigkeit aus Räumen. Diffusionsoffene Oberflächen, sowie Teppiche aus Naturfasern, haben die Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und sie wieder abzugeben. Versiegelte Oberflächen haben keine Möglichkeit Feuchtigkeit aufzunehmen, wodurch die Luftfeuchtigkeit bei Feuchteeintrag stärker zunimmt.
Richtiges Lüften
Im Winter Fenster nicht in Kippstellung, Möbel mit Abstand von 10 cm von den Aussenwänden platzieren, Feuchtigkeitsüberwachung mittels Hygrometer.
Martin Gafner, dipl. Bauingenieur, zertifizierter Baugutachter, Thun
Erstmals erschienen im Schlüssel 4 I 2019.