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Ratgeber3 Min. Lesezeit

SCHIMMEL IM HAUS, DER LÄSTIGE UNTERMIETER

Prolog

Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien sind ein natürlicher Teil unserer belebten Umwelt und werden vom Menschen normalerweise ohne auffällige Reaktionen toleriert. Übersteigt die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Mass, kann es zu gesundheitlichen Problemen für den Menschen kommen

Der Pilz, das unbekannte Wesen

Biologisch gesehen bilden die Pilze neben den Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. Lange Zeit wurden sie zu den Pflanzen gezählt. Heute werden sie aufgrund genetischer und physiologischer Eigenschaften deutlich näher den Tieren zugeordnet. Eine andere Art von Pilzen sind die Schwämme, welche zu den holzzerstörenden Pilzen gehören.

Weltweit schätzt man etwa 120‘000 Arten von Pilzen, wobei 60‘000 erforscht sind. Schimmelpilze gehören zu den wichtigsten Innenraumallergenen. Da ihre Sporen meist über die Luft transportiert werden, sind sie deshalb überall vorhanden.

Wachstumsvoraussetzungen

Folgende Faktoren bestimmen massgeblich das Wachstum von Schimmelpilzen:

FeuchtigkeitNährstoffangebotTemperaturder pH-Wert

Die Ansprüche an Nahrung sind so minimal, dass bereits geringe Verschmutzungen zum Wachstum genügen.

Merke: Der beste Nährstoff für Schimmel befindet sich in Raufasertapeten oder auch in Dispersionsfarben

Das Wachstum für Schimmelbefall wird allerdings massgeblich von der Feuchtigkeit beeinflusst.

Feuchtigkeitsbildung durch die Bewohner

In Wohn- und Arbeitsräumen wird von den jeweiligen Benutzern dauernd Wasserdampf produziert. Dieser Wasserdampf fällt teilweise durch die Atemluft der anwesenden Nutzer; aber auch durch Verdunstungen beim Kochen / Baden an.

Pufferung von Feuchtigkeit durch Baustoffe

Baustoffe haben jeweils charakteristische Eigenschaften bezüglich ihrer Fähigkeiten, Feuchtigkeit aufzunehmen. Dies hat entscheidende Auswirkungen auf das Raumklima und das Abführen von Feuchtigkeit aus Räumen. Diffusionsoffene Oberflächen, sowie Teppiche aus Naturfasern, haben die Fähigkeit Feuchtigkeit aufzunehmen und sie wieder abzugeben. Versiegelte Oberflächen haben keine Möglichkeit Feuchtigkeit aufzunehmen, wodurch die Luftfeuchtigkeit bei Feuchteeintrag stärker zunimmt.

Richtiges Lüften

Im Winter Fenster nicht in Kippstellung, Möbel mit Abstand von 10 cm von den Aussenwänden platzieren, Feuchtigkeitsüberwachung mittels Hygrometer.

Martin Gafner, dipl. Bauingenieur, zertifizierter Baugutachter, Thun

Erstmals erschienen im Schlüssel 4 I 2019.