HEV Region Thun
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WODURCH ENTSTEHT SCHIMMEL?

Ursachen erkennen

Ein Hauptfaktor für Schimmelbildung ist Feuchtigkeit. Die Feuchtigkeit kann beispielsweise aus dem Bauwerk stammen (z.B. durch Leckagen, unzureichende Wasserführungen, Wärmebrücken) oder auch vom Raumnutzer selbst eingebracht werden. Fachgerechte bauseitige Massnahmen und vernünftiges Raumnutzerverhalten müssen zusammenwirken, um Wohnräume nachhaltig frei von Schimmelpilzwachstum zu halten. Der Einsatz mineralischer hydroaktiver Baustoffe, die die anfallende Feuchtigkeit zu Spitzenlasten aufnehmen, kann hier ergänzend wirken.

Schimmelpilzschäden erfordern demnach eine detaillierte Bewertung der Gesamtsituation, die Beseitigung der Ursachen und entsprechende daraus resultierende Massnahmen. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Einflussfaktoren und Schadenssituationen kann es bei der Sanierung von Schimmelpilzbefall in Wohnräumen keine einheitliche Vorgehensweise geben.

Feuchtquellen in Wohnungen

Vergessen Sie nur an zwei Tagen das Lüften, befinden sich mindestens 12 Liter Wasser in der Raumluft. Das ist jede Menge Feuchtigkeit, die sich auf den Wänden Ihrer Wohnung niederschlagen kann.

Schimmelwachstum beeinflussen

Das Wachstum von Schimmelpilzen wird massgeblich durch die Faktoren Feuchtigkeit, Nährstoffangebot, Temperatur und dem pH-Wert des Untergrundes bestimmt. Schimmelpilze sind von Natur aus wahre Überlebenskünstler – sie ziehen sich bei Trockenheit in ein Ruhestadium zurück und werden wieder aktiv, wenn sich die Bedingungen ändern. Schimmelpilze wachsen dabei auch auf Materialien bzw. Flächen, die nicht sichtbar nass sind. Es genügt eine entsprechende Oberflächenfeuchte.

Optimale Wachstumsbedingungen für fast alle innenraumrelevanten Pilzarten liegen in dem Bereich einer relativen Oberflächenfeuchte von 80 % bis 95 % vor. Diese Feuchtelast entsteht nicht nur dann, wenn durch konstruktive Baumängel der Taupunkt unterschritten wird, sondern oftmals sehr viel früher

Schimmelsanierung mit System

Die Sanierung von Schimmelschäden im Innenraum ist eine interdisziplinäre Aufgabe und sollte immer in Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gewerke und ausschliesslich von qualifizierten Betrieben durchgeführt werden. Entscheidend für die weiteren Massnahmen ist das Ausmass des Gefährdungspotentials der betroffenen Fläche. Als Kriterien für die Bewertung gelten:

Die Grösse der befallenen FlächeDie Stärke und Tiefe des BefallsDie Art der RaumnutzungDie Wahrscheinlichkeit einer Sporenfreisetzung bei der SanierungDer Gesundheitszustand der Nutzer

Risikobereich Schimmelwachstum

Die vorkommenden Schimmelpilzarten, die Dauer der Sanierungstätigkeiten und der geplanten Arbeitsverfahren gehen zusätzlich in die Bewertung der Gefährdung mit ein. Bei der letztlichen Gefährdungsbeurteilung wird entsprechend der DGUV-Information 201-028 in drei Kategorien von erhöhtem bis sehr hohem Risiko eingeteilt. Aus dieser Beurteilung sind die entsprechenden Sanierungs- sowie die nötigen Schutzmassnahmen abzuleiten.

Falls auch Sie ein Problem oder Anliegen haben, stehen ihnen unsere Bauberater gerne zur Verfügung.

Rolf Spielmann, Bauberater HEV Region ThunRaphael Knecht, Vorstand HEV Region Thun

Erstmals erschienen im Schlüssel 1 I 2021.